Social Media bei den Hörnern packen


Social Media richtig nutzen


Cybermobbing muss nicht das Ende eines guten Firmenimages bedeuten. Dagegen helfen vor allem uralte unternehmerische Grundprinzipien.

Der Fall einer Negativkampagne gegen die Firma Nestlé durch "soziale" Netzwerke hat gezeigt, dass eine Firma auch ein aktives Krisenmanagement benötigt, wenn sie wirklich fit für unkontrollierbare Kritik sein will. Nestlé mit seiner klassischen Methode des Ignorierens versäumte hier eine Gelegenheit, sich Respekt zu verschaffen.

Das heißt nicht, dass die Firmenchefs durch Widerspruch in den Social Media etwas am Image ihrer Produkte oder Firmenpolitik geändert hätten. Sie hätten lediglich demonstriert, dass sie nicht schlafen.

Reale zufriedene Kunden contra Mobbing


Auch von der Beschäftigung professioneller Blogger, wie sie immer mehr Firmen betreiben, ist keine wirkliche Lösung zu erwarten. Solche halbherzig getarnten "zufriedenen Kunden", die mit Hilfe des Briefings aus der Marketingabteilung eine Gegenmeinung aufbauen, werden von "echten" Kunden und Bloggern schnell durchschaut und als genauso nervig empfunden wie klassische Formen der Werbung. Ihrer Glaubwürdigkeit erweisen Hersteller und Anbieter damit auf lange Sicht eher einen Bärendienst.

"Tue Gutes und lass dir dabei zuschauen"


Mit öffentlich geäußerter Negativkritik müssen sich also Marketingabteilungen künftig wohl abfinden. Die beste Methode, die beispielsweise von der Hotellerie bei Bewertungsportalen bereits akzeptiert wird, besteht darin, den wenigen mittelwertigen bis negativen Rückmeldungen viele differenziert, individuell und authentisch wirkende Positivmeldungen entgegenzusetzen, am besten natürlich durch tatsächliche gute Leistungen.

"Tue Gutes und lass dir dabei zuschauen", heißt laut Social-Media-Spezialist Mirko Langer die PR-Devise für Social Media. Einfach dabei sein, ohne aktiv und täglich mit zu mischen geht oft nach hinten los, warnen denn auch viele Consultants.

Im Grunde sind gute Leistungen und bereits zahlreich vorhandene, zufriedene, social-media-affine Kunden die Voraussetzung für Erfolg in Facebook und Co. Zu Recht zitiert Langer gerne die Anekdote von Bill Crosby und seinem Kokain-süchtigen Freund. "Kokain verstärkt meine Persönlickeit", schwärmte dieser. "Und wenn du ein Arschloch bist?" war Crosby's schlagfertige Antwort. Auch soziale Medien verstärken Stärken ebenso wie Schwächen. Ohne Marketing-Strategie und gut durchdachten Content kann der unerfahrene Auftritt in einer ungewohnten Öffentlichkeit schnell nach hinten losgehen.

In Teil drei des Social-Media-Dreiteilers erfahren Sie, warum selbst kurzlebiger Echtzeit-Content gut durchdacht sein sollte.

 

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